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Optimistisch in die Zukunft

Teilnehmer der kommenden Stone+tec 2022 sehen für ihre Produkte und den Natursteinmarkt allgemein viel Potential. Eine Umfrage unter namhaften Unternehmen zu Trends und der persönlichen Einschätzung belegt das gute Geschäftsklima. Erfreulich für die europäischen Hersteller und Lieferanten ist die steigende Eigenfertigung. Eine regionale Produktion und Verarbeitung gewinnen immer mehr Bedeutung. Durchgeführt wurde die Umfrage im Januar 2022 im Auftrag der Fachmesse Stone+tec

Nürnberg – Die Stone+tec zeigt vom 22. bis 25. Juni 2022 in der Messe Nürnberg Innovationen und Trends für die drei zentralen Standbeine der Natursteinbranche: Für den Bau und Innenausbau, die Denkmalpflege und für die Grabmalgestaltung. Damit bietet die Stone+tec als wichtigste Informationsplattform für den deutschsprachigen Raum und die europäischen Nachbarländer nach der langen Zwangspause wieder eine Bühne für den fachlichen und menschlichen Austausch unter Herstellern, Lieferanten, Handwerkern und industriellen Verarbeitern.

Gutes Geschäftsklima durch Nachhaltigkeit und Regionalität

Erfreulich für alle in der Natursteinbranche aktiven Unternehmen ist das gute Geschäftsklima. Der Trend zum nachhaltigen Bauen begünstigt die Nachfrage nach umweltfreundlichen Baustoffen wie Naturstein. Hermann Graser, DNV-Präsident und Geschäftsführer der Bamberger Natursteinwerk Hermann Graser GmbH, bestätigt diese Entwicklung: „Nachdem die Themen Nachhaltigkeit, Regionalität sowie Umwelt- und Klimaschutz so aktuell wie noch nie sind und der Bedarf an nachhaltigen Baustoffen immer mehr das deutsche sowie das europäische Bauwesen prägt, sind aus meiner Sicht für das Bauen mit Naturstein keine Grenzen gesetzt.“

Entscheidend für eine vorteilhafte Energiebilanz ist eine Fokussierung auf Naturstein aus regionalem Abbau. Denn für alle Baustoffe gilt, je kürzer der Transportweg, desto geringer die CO2-Emisson. Produzenten und Anbieter regionaler Natursteine werden auf der Stone+tec die beeindruckende Materialvielfalt vorstellen, die für jedes Bauvorhaben die passende Steinsorte bietet.

Besonders der Privatsektor sorgt für einen hohen Auftragsstand. Entsprechend stark ist der Bedarf an Klebern und Verlegemörteln, schildern die Hersteller von bauchemischen Produkten in der Stone+tec-Umfrage: „Aus dem bestehenden Produktsortiment fällt die Wahl vorwiegend auf schnell erhärtende und schnell trocknende Natursteinmörtel, die eine Verlegung von gering verfärbungs- und verformungssensiblen Naturwerksteinen ermöglicht,“ erklärt Marcus Winkler, Leiter der Anwendungstechnik der Mapei GmbH.
Bei der Lithofin AG wurden im letzten Jahr Reinigungsprodukte für den Außenbereich stark nachgefragt, was den Trend zum „Wohnzimmer im Grünen“ unterstreicht. Auch im Bereich der Pflegeprodukte, wie zum Beispiel Lithofin MN Easy-Clean, wurden Zuwächse erzielt, erklärt Geschäftsführer Garvin Stingel.

Hohe Investitionsbereitschaft in der Baubranche

Dr. Dirk Hamann, Geschäftsführer der Akemi chemisch technische Spezialfabrik GmbH, beurteilt die Baubranche als stabilisierenden Faktor der deutschen Volkswirtschaft: „Viele Menschen haben in den Neu- oder Umbau von Immobilien investiert. Wir konnten ein Mengenwachstum von ca. 15% im Steinbereich verzeichnen. Im Trend liegen auch Investitionen im Garten, wie Schwimmbäder und Außenküchen, bei denen Naturstein verwendet wird.“

Um den hohen Auftragsbestand sicher und wirtschaftlich bewältigen zu können, nutzen immer mehr Steinmetzbetriebe modernste Produktionstechnik. Innovative Bearbeitungs-maschinen, Werkzeuge, Geräte und Hilfsmittel für unterschiedliche Unternehmensgrößen werden daher ein vielbeachteter Schwerpunkt der Messe sein. Besonders der Trend zur Automatisierung sorgt für eine hohe Investitionsbereitschaft, erklärt Sven Wappler, Geschäftsführer der CMS-Steintechnik GmbH: „In meiner 26-jährigen Erfahrung im Maschinenvertrieb wurde noch nie mehr investiert als in den letzten beiden Jahren. Ein Ende oder eine Veränderung sind derzeit nicht in Sicht. So dynamisch, wie das Jahr 2021 geendet hat, hat auch 2022 begonnen.“

Die Live-Messe für den persönlichen Kundenkontakt

Anwender legen laut Sven Wappler besonderen Wert auf Qualität und Service. Kunden sind hierbei besonders sensibel und wollen bei einer Investition alles richtig machen. Erfreulich für die Maschinenhersteller ist, dass Kunden bereit sind, hohe Qualität auch entsprechend zu honorieren.

Bei der GMM Steinbearbeitungsmaschinen GmbH führen volle Auftragsbücher der Kunden, der Fachkräftemangel und gestiegene Anforderungen an die Qualität des Endprodukts zu einer hohen Investitionsbereitschaft, erklärt Geschäftsführer René Houdelet. Drehkopfsägen, Wasserstrahlanlagen und Kanten-schleifmaschinen sind die derzeit gefragtesten Maschinen bei GMM. In geringeren Stückzahlen werden auch Drehtisch-Brückensägen und Flächenbearbeitungsmaschinen angefragt.

Eine hohe Produktivität und Qualität gilt auch bei den Werkzeugen als Grundvoraussetzung für die Anwender. Gemäß Dirk Büttner, Geschäftsführer der Diabü Diamantwerkzeuge Heinz Büttner GmbH, liegt in allen Werkzeugbereichen der Schwerpunkt auf optimaler Produktivität: „Unsere Kunden fahren eine hohe Auslastung und benötigen bestmögliche Zerspanungsraten in hoher Präzision. Dies müssen wir kontinuierlich gewährleisten.“

Der persönliche Austausch mit Kunden und Anwendern ist für Dirk Büttner sehr wichtig: „Anwendungsempfehlungen gehen fast nur vor Ort. Unsere Techniker und Ingenieure müssen ein Gefühl für den spezifischen Prozess beim Kunden entwickeln, damit sie gezielt Einsatzempfehlungen aussprechen können.“

Grabmale: Der Trend geht zur Eigenfertigung

Im Bereich der Grabmalproduzenten wird sich auf der Stone+tec ein klarer Trend zu verstärkter Eigenfertigung widerspiegeln, schildert Jörg Knell, Geschäftsführer der Steinwerk Tringenstein GmbH: „Bedingt durch unkalkulierbare Lieferzeiten und extrem gestiegene Transportkosten kommt es zu einer Wiederbelebung der deutschen Fertigung. Zudem ist die Lücke zwischen Import- und Eigenproduktionskosten kleiner geworden, was uns als heimischer Produzent in die Karten spielt.“ Als Gestaltungstrends für die Stone+tec 2022 nennt Jörg Knell neuartige Materialkombinationen und Oberflächenbearbeitungen, aber auch eine Weiterentwicklung der erfolgreichen Memento-Serie.

Susanne Böse von der Natursteinwerk Max Böse GmbH betont ebenfalls den Trend zur Eigenproduktion: „Insbesondere seit 2020 ist die weltweite Logistik durch Lieferverzögerungen und immense Preissteigerungen in der Krise. Die Produktionsstätten im Ausland liefern – ausgelöst durch die Corona-Pandemie – nur mit Verzögerungen. Wir sind aber sehr froh darüber, dass wir unseren Kunden den Service einer eigenen deutschen Produktion bieten können.“ Für Susanne Böse besitzt das persönliche Kundengespräch große Bedeutung: Nur so lassen sich die Bedürfnisse der Kunden richtig ermitteln und nur im persönlichen Kontakt sind gute Beratung und guter Service möglich.

Heinz Plein, Geschäftsführer der Kunstgießerei Plein GmbH, stellt seitens der Kunden den Wunsch nach immer individuellerem Grabschmuck fest: „Uns als produzierendem Unternehmen kommt das natürlich sehr entgegen. Ein wichtiger Trend ist die steigende Nachfrage nach Grabschmuck aus Edelstahl. Das Unternehmen hat als Reaktion darauf 2022 erstmals einen Katalog mit einem erweiterten Edelstahl-Sortiment aufgelegt. Wie die übrigen Aussteller freut sich auch Heinz Plein darauf, im Rahmen der Stone+tec Kunden endlich wieder persönlich zu treffen: „Das direkte Gespräch können Telefonate und E-Mails zum Glück nie ganz ersetzen.“

Günter Czasny, stellvertretender Geschäftsführer der Kunstgießerei Ernst Strassacker GmbH & Co. KG, beobachtet einen stabilen, sogar leicht wachsenden Markt für Grabschmuck und Zubehör: „Das Grabschmuck-Design ist klar, ehrlich und schnörkellos. Materialechtheit und Authentizität stehen in der Gunst der Kunden ganz oben. Die Werkstoff-Charakteristik von Bronze oder Edelstahl wird daher sichtbar und spürbar belassen.“

In der Messe sieht Günter Czasny die wichtigste Inspirationsplattform, um nicht nur die Unternehmen, sondern auch die Branche und ihre Märkte weiterzuentwickeln: „Eine Messe dient nicht mehr primär dem Verkauf, sondern der Inspiration. Wo sonst als auf einer Messe findet man eine solche Vielzahl von Anregungen. Ich bezeichne eine Messe als Inspirations- und Innovations-Feuerwerk. Ob Bau, Innenausbau oder Friedhof – die Messe dient der gemeinschaftlichen Weiterentwicklung unserer gesamten Branche. Daher sind eine Teilnahme und ein Besuch ein absolutes Muss.“

Über die Stone+tec internationale Kompetenzforum für Naturstein und Steintechnologie

Die Stone+tec findet vom 22. bis 25. Juni 2022 in der Messe Nürnberg statt und gliedert sich in die drei Angebotsbereiche „Bauen mit Naturstein“, „Ausrüstung für Profis“ und „Ort der Erinnerung“. Die Stone+tec richtet sich an alle Stein-Bearbeiter aus Bau, Friedhof, Denkmal und Gestaltung sowie an Bauträger, Planer und Architekten. Zusätzlich wird die Stone+tec von einem Congress begleitet, der die Möglichkeit zur fachlichen Weiterbildung bietet. Neuheiten der Branche sind in der Innovation Area zu sehen.

Über die AFAG Messen und Ausstellungen GmbH Veranstalter der Stone+tec

Die AFAG Messen und Ausstellungen GmbH zählt zu den erfolgreichsten, privaten Messeveranstaltern Deutschlands. Seit 1947 operiert die AFAG von Nürnberg und seit 1991 auch von Augsburg aus. Das Portfolio umfasst derzeit 20 Veranstaltungen. Dazu gehören sowohl internationale Fachmessen als auch überregionale Publikumsmessen sowie Special-Interest-Messen, Kongresse, Events und Showveranstaltungen.

Für weitere Informationen: www.stone-tec.com

Text und Recherche: Richard Watzke