Diese Website verwendet Cookies, um das Angebot nutzerfreundlicher und effektiver zu machen. Bitte stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu, um alle Funktionen der Website nutzen zu können.Weitere Informationen

Internationale Fachmesse für Naturstein und Steintechnologie

17. - 20. Juni 2020 // Nürnberg, Germany

Stone+tec Newsroom

Steinsucher aus Südtirol

 Bei Tramin rollte 2014 ein 600 t schwerer Dolomitfindling ins Tal und blieb bei einem Bau- ernhof stehen. Die südtirol.stein GmbH hat den Brocken zerlegt und weiterverarbeitet.
Bei Tramin rollte 2014 ein 600 t schwerer Dolomitfindling ins Tal und blieb bei einem Bau- ernhof stehen. Die südtirol.stein GmbH hat den Brocken zerlegt und weiterverarbeitet. // © südtirol.stein GmbH

Auch die südtirol.stein GmbH stellt auf der Stone+tec 2018 im Rahmen der Sonderschau »Unser Naturstein – Gemeinsam für eine nachhaltige Zukunft« aus. Das Unternehmen aus Terlan informiert in Nürnberg u. a. über PASSEIRER GNEIS GRANAT und quarzgebundenen MÖLTNER SANDSTEIN aus eigenen Brüchen. Außerdem werden ein Steintisch sowie Gebrauchsgegenstände wie Teller, eine Wasserpfeife und ein Cocktail-Shaker aus SEISER BASALT vorgestellt.

Das Konzept der südtirol.stein GmbH ist alles andere als konventionell. Gegründet wurde das Unternehmen vor knapp 15 Jahren von dem Steinmetzmeister und ehemaligen Feuerwehrmann Hans Karl Trojer sowie dem studierten Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler Peter Watschinger. Ein paar Jahre lang handelte es sich um einen ganz normalen Steinmetzbetrieb. Dann entstand die Idee, nicht  nur auf Gesteine aus Brüchen zu setzen, sondern auch große Felsen und Findlinge zu verarbeiten. Aus einem PASSEIRER MARMOR-Brocken aus dem Fluss Passer wurde Material für die Gestaltung des Altarraums der Pfarrkirche in Sterzing gewonnen. Als 2014 beim Neubau des Parkhauses für die Seilbahn zur Seiser Alm bei Kastelruth, der größten Hochalm Europas, in der Baugrube ein Basalt-Brocken mit 420 m³ Volumen auftauchte, sicherte sich die südtirol.stein GmbH die Abbaurechte. Laut Watschinger stellt der Riesenfindling eine Besonderheit dar. Basalt gebe es in Südtirol sehr selten. Möglicherweise hat sich der Brocken einen Gang durch die Kalkschichten der Dolomiten gebahnt, bis er schließlich an die Oberfläche trat.

Mittlerweile durchkämmen Trojer und Watschinger die Täler Südtirols auf der Suche nach verwertbaren Materialien. Wenn sie passende Steine finden, zerlegen sie diese mit einer mobilen Diamantseilsäge und transportieren die einzelnen Komponenten zur Weiterverarbeitung in ihr Werk in Terlan. Es kommt auch vor, dass man das Unternehmen kontaktiert, wenn Brocken von landwirtschaftlichen Nutzflächen oder von Baustellen beseitigt werden sollen. 2014 bekam die Firma einen Anruf aus Tramin. Dort hatte sich eine mehrere hundert Tonnen schwere Dolomitkugel aus einer Felsformation gelöst und war anschließend in zwei Teile zerbrochen, die bergab rollten, direkt auf einen Bauernhof zu. Einer der Brocken bretterte über ein Wirtschaftsgebäude, der andere kam wie durch ein Wunder wenige Meter vor dem Wohnhaus des Besitzers zu stehen. Die südtirol.stein GmbH hat den »Absturzstein« vor Ort in 25 t schwere Blöcke zersägt und nach Terlan verfrachtet. Dort lagert der TRAMINER DOLOMIT mittlerweile und wird – je nach Anfrage – weiterverarbeitet. Für rund 6.000 m² mit 2 cm Stärke dürfte der Vorrat reichen.

Zwei eigene Brüche

Zusätzlich zum mobilen Abbau betreibt die südtirol.stein GmbH zwei »stationäre« Steinbrüche: Im Passeirer Tal gewinnt das Unternehmen seit 2014 pro Jahr ca. 350 m³ PASSEIRER GNEIS GRANAT, ein silbrig glimmerndes Gestein mit dunkelroten Granateinschlüssen. Oberhalb von Mölten wird auf 1.800 m Höhe außerdem der beige, quarzgebundene MÖLTNER SANDSTEIN abgebaut. Er  wird entweder mechanisch mit Druckkissen von der Wand gelöst oder mit einer mobilen Seilsäge aus der Wand gesägt.

Nur heimische Steine

In seinem Werk fertigt das neun Mitarbeiter zählende südtirol.stein-Team Fassadenteile, Wand-, Boden- und Küchenarbeitsplatten, Säulen und vieles mehr für den Innen- und Außenbereich. Gearbeitet wird sowohl mit modernen Maschinen als auch mit traditionellen Handwerkstechniken. Das Spektrum an Oberflächenbearbeitungen reicht von sägerauh, geschliffen und poliert bis hin zu wassergestrahlt, geflammt, gebürstet, satiniert und sandgestrahlt.

In den letzten Jahren wurde die Produktion verstärkt auf Massivarbeiten ausgerichtet, um größere Brunnen und Altarraumgestaltungen ausführen zu können. Erhältlich sind auch Sägestücke, Rohplatten oder Blöcke. Neben den eigenen Materialien werden Gesteine aus allen etwa 20 Abbaustätten Südtirols verarbeitet. Die Region ist »steinreich«: Von Marmor über Porphyr, Quarzit, Tonalit und Dolomit bis hin zu Granit und Gneis mit unterschiedlichen Farben und Eigenschaften ist dort einiges vorhanden, was die Herzen von Natursteinfans höher schlagen lässt.

Auf Importware aus Fernost oder anderen weit entfernten Teilen der Erde zu setzen, kommt für Trojer und Watschinger nicht in Frage. Dafür haben die heimischen Materialien ihrer Ansicht nach zu viele Vorteile: Wegen kurzer Transportwege und dem dadurch vergleichsweise niedrigen Energiebedarf ist ihr Einsatz nachhaltig. Der Abbau erfolgt ökologisch, die Arbeitsbedingungen sind fair. Und: Heimische Natursteine sind ein Abbild der örtlichen Natur, sie passen in Landschaft sowie Architektur und sind identitätsstiftend, finden die beiden. Ihre Philosophie: Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nahe liegt…

Partner für Projekte

Mit ihrer Schiene fährt die südtirol.stein GmbH gut. Es kommen immer mehr Interessenten vorbei, um sich über das regionale Materialangebot zu erkundigen. Bedient und ausgeführt werden nicht nur regionale Projekte. Auch Baustellen im Ausland beliefert die Firma. In der Basilika und Pfarrkirche im österreichischen Mondsee hat man den Altar und weitere Komponenten im Innenbereich gestaltet. Für das Hotel Steigenberger in München wurde PASSEIRER GNEIS GRANAT geliefert. Auch Privatkunden und natürlich Steinmetze können bei der südtirol.stein GmbH vorbeischauen, sich über das Angebot an regionalen Materialien informieren und shoppen.

südtirol.stein GmbH

Enzenbergweg 38

I-39018 Terlan

Tel. 0039 0471 205305

Fax 0039 0471 238334

info@suedtirol-stein.com

www.suedtirol-stein.com

südtirol.stein GmbH

top