Wir möchten auf unserer Internetseite Dienste von Drittanbietern nutzen, die uns helfen, unsere Werbeangebote zu verbessern (Marketing), die Nutzungsweise unserer Internetseite auszuwerten (Performance) und die Internetseite an Ihre Vorlieben anzupassen (Funktional). Für den Einsatz dieser Dienste benötigen wir Ihre Einwilligung, welche jederzeit widerrufen werden kann. Informationen zu den Diensten und eine Widerspruchsmöglichkeit finden Sie unter „Benutzerdefiniert“. Weitergehende Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Internationale Fachmesse für Naturstein und Steintechnologie

17. - 20. Juni 2020 // Nürnberg, Germany

Stone+tec Newsroom

Das Steindesign der Zukunft

Naturstein in unterschiedlichen Oberflächen-Bearbeitung in der Architektur
Die Vielfalt an Texturen und Oberflächen von Naturstein ist unübertroffen // © Richard Watzke

Bei der Gestaltung mit Naturstein stehen die Aspekte Materialität, Emotion und Ökologie im Mittelpunkt: Naturstein erfüllt hohe technische und ökologische Anforderungen, die ihn zu einem hochwertigen und nachhaltigen Baustoff machen. Zugleich besitzt Naturstein seit der Antike eine emotionale Komponente: Nicht zufällig wird er bevorzugt für repräsentative Projekte herangezogen, bei denen Werte wie Individualität, Exklusivität und Repräsentation zählen.

Der Klimawandel und seine Auswirkungen auf die Umwelt sind weltweit spürbar. Beim Weltwirtschaftsforum 2020 in Davos standen die von Menschen verursachten Umweltschäden ganz oben auf der Agenda. Während Politiker und Unternehmer über die Folgen des Klimawandels und mögliche Reaktionen darauf diskutierten, arbeiten Steinmetze bereits seit der Antike mit einem Werkstoff, der einen wertvollen Beitrag zu einer ressourcenschonenderen Lebensweise leistet.

Als Baustoff, der bereits in der Natur in fertiger Form zur Verfügung steht, erfüllt Stein optimal die Anforderungen an nachhaltige Baumaterialien. Bei der Gewinnung und Weiterverarbeitung wird deutlich weniger Energie verbraucht als bei der Herstellung von Beton, Glas oder keramischen Baustoffen. Das Design der Zukunft wird daher noch stärker darauf achten, so wenig Energie und Abfall wie möglich bei der Produktion, Entsorgung oder Wiederaufbereitung zu erzeugen. Für Naturstein bedeutet dies, dass die Formgebung im Idealfall so einfach und unkompliziert wie möglich sein sollte. Auf den ersten Blick scheint es beeindruckend, einen Naturstein mit hohem technischem Aufwand so lange zu bearbeiten, bis nur noch dünne Stege übrig sind. Wenn das Ergebnis mehr Luft als Materie ist, ist zwar das technisch Machbare ausgelotet, der Werkstoff Stein aber seiner eigentlichen Stärken wie Materialität, Schwere, Festigkeit und Masse beraubt. Aus diesem Grund suchen Designer vermehrt nach alltagstauglichen Verwendungsmöglichkeiten, statt artifizielle Studienobjekte zu entwerfen. Die vielfältigen Verarbeitungsmöglichkeiten zu kennen, ihrem Reiz aber nicht um jeden Preis zu erliegen, ist ein zukunftsweisender Weg im Steindesign.

Nachhaltiger gestalten

Nachhaltiges Design folgt klar definierten Ansätzen. Ganz oben steht der Einsatz von Werkstoffen, die keine schädlichen Auswirkungen auf die Umwelt haben. Neben einer energieeffizienten Verarbeitung soll das Design eine langfristige Nutzung herbeiführen, beispielsweise indem ein Waschbecken oder einen Tisch so gestaltet sind, dass sie möglichst lange nicht nur technisch, sondern auch emotional attraktiv bleiben. Das gelingt etwa durch den Verzicht auf kurzlebige Effekte und modische Eye-Catcher. Wenn Formen und Oberflächen über einen längeren Zeitraum funktional und ansprechend bleiben, erzeugen sie weniger Abfall. Müssen sie dennoch ersetzt werden, lassen sie sich im Idealfall wiederverwerten. Bodenplatten und Pflastersteine sind hierfür das bekannteste Beispiel. Schon lange vor dem vom Europaparlament im März 2019 verhängten Bann von Einweg-Plastik lautet ein großer Trend „fort von Einweg“. Auf den Baubereich übertragen bedeutet das: Wer billig baut, baut zweimal, und damit meistens nicht nur teurer, sondern auch weniger umweltverträglich. Das öffnet gut gestalteten Produkten aus Naturstein viel Potential, denn Naturstein ist niemals Einweg.

Die Schönheit des Materials betonen

Beliebt bei urbanen Trendsettern sind Designprodukte aus Werkstoffen, die ein Upcycling erfahren, beispielsweise Laptop-Taschen aus ehemaligen LKW-Planen. Ein vergleichbares Prinzip findet sich auch beim Natursteindesign, das den ressourcenschonenden Umgang mit dem Rohmaterial propagiert. Ging es bis vor kurzem darum, Formen aus dem vollen Material zu fräsen, setzen Steinmetze heute darauf, den Materialeinsatz zu verringern, indem sie mittels CAD-Planung die Werkstücke im Rohmaterial so verschachteln, dass sich mit wenig Verschnitt mehrere Teile ergeben. Wie sich sogar aus Produktionsabschnitten anspruchsvolle Objekte gestalten lassen, beweist der italienische Industriedesigner Raffaello Galiotto, indem er Waschtische so konstruiert, dass Becken und Standfuß aus mehreren gleich hohen Schichten Marmor zusammengefügt sind. Das Verfahren ist additiv und erlaubt die Verwertung von Reststücken, wie sie in der Produktion von Grabmalen oder Blockstufen anfallen. Die von Galiotto gewählte, schlichte und elegante Form übertönt die zarte Maserung des Marmors nicht, sondern lässt sie trotz Schichtung der Platten schön zur Geltung kommen.

Neu: Der Stone+tec Designwettbewerb Stone for Future: Die besten digitalen Entwürfe werden prämiert und produziert – Bis 12.April teilnehmen!

Überhaupt erzielt eine Gestaltung, die die natürliche, individuelle Textur des Natursteins betont und auf überflüssiges Beiwerk verzichtet, eine besonders starke Wirkung. Den besten Beweis lieferte Mies van der Rohe bereits 1929 mit den wandhohen Steinpaneelen in seinem Barcelona-Pavillon. Die Wandbekleidungen sind frei jeglicher Ornamentik und entfalten ihre Wirkung ausschließlich durch die Schönheit der gespiegelten Maserungen. Zahllose Architekten weltweit folgen diesem berühmten Vorbild und lassen Wände, Fassaden, Wellnessanlagen oder Theken in der Gastronomie alleine durch die optische Kraft ausgewählt schöner Natursteine glänzen.

Naturstein in der Architektur: Die besten Arbeiten kürt der Deutsche Naturstein Preis im Rahmen der Stone+tec! Der renommierte Architekturpreis wird vom Deutschen Naturstein-Verband verliehen.

Dauerhaft schön und ökologisch

Wie wirkungsvoll eine zurückhaltende Formgebung bei Alltagsgegenständen sein kann, beweist die Design-Linie Essence vom norwegischen Hersteller Lundhs. Das Familienunternehmen mit Sitz in Larvik zählt zu den größten Produzenten von Rohblöcken in Nordeuropa. Um die Attraktivität des Natursteins einem breiteren Publikum vorzustellen, hat Lundhs in Kooperation mit dem britisch-norwegischen Designerinnen-Duo Jenkins & Uhnger eine Serie von Küchenprodukten entwickelt und 2018 erstmals auf der London Design Show präsentiert. Der Ansatz hinter den Tellern, Platten oder auch Salzgefäßen ist richtungsweisend für die Zukunft des Steindesigns: Gute Gestaltung ist der notwendige Mehrwert, der die Qualität des Werkstoffs unterstreicht und dabei hilft, Endverbraucher stärker als bisher mit Naturstein in Kontakt zu bringen. Zugleich sind die Produkte „grün“, indem sie aus Abschnitten der Küchenplattenproduktion stammen. Eine zusätzliche Methode, Rohmaterial möglichst vollständig zu verwerten, sind matte Oberflächenbearbeitungen. Zeigen polierte Flächen jede noch so kleine Unregelmäßigkeit wie Haarrisse oder sogenannte Stiche, lassen sich diese durch Satinieren oder vergleichbare Bearbeitungen kaschieren. Die bei Küchen oder im Baddesign weit verbreiteten, seidenmatten oder gebürsteten Flächen sind hierfür eine gute Verwendungsmöglichkeit und zudem deutlich strapazierfähiger und pflegeleichter als polierte Platten.

Das Material bewusster einsetzen

Die Beispiele aus Italien und Norwegen markieren einen Wendepunkt im Steindesign. Weniger ist oft mehr, und Marmor, Kalkstein, Granit und all die anderen Sorten besitzen von sich aus eine so starke Ausstrahlung, dass sie lediglich der richtigen Dimensionierung und materialgerechten Verarbeitung bedürfen. Darin besteht zugleich die größte Herausforderung: Für jedes Projekt gibt es geeignete und weniger geeignete Steinsorten. Form, Material und die geplante Nutzungsart müssen im Einklang gebracht werden.
Grundsätzlich aber gibt es dank moderner Konstruktionssoftware und Maschinentechnik deutlich weniger Grenzen im Design als früher. Neben der Materialwahl spielt auch die Herkunft des Rohmaterials eine immer größere Rolle im modernen Steindesign. Kurze Transportwege und der damit verbundene, für die Umwelt vorteilhaftere ökologische Fußabdruck sind ein wichtiges Argument für Steine aus dem europäischen Bereich. Unkomplizierte Nachlieferungen bei Ergänzungen oder Erweiterungen sprechen ebenfalls für regionale Steine, weswegen sich Auftraggeber zukünftig noch stärker neben den technischen und optischen Eigenschaften für die Ursprünge der Steine interessieren.

Mehr zu nachhaltigem, funktionalen Naturstein-Design gibt es auf der Stone+tec 2020, im Rahmen der neuen Sonderschau Stone for Future

Steindesign der Zukunft

top