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Internationale Fachmesse für Naturstein und Steintechnologie

17. - 20. Juni 2020 // Nürnberg, Germany

Stone+tec Newsroom

Grüne und graue Gneise aus den Alpen

Boden mit Platten aus San Bernadino Silber in Ebikon (Schweiz)
Boden mit Platten aus San Bernadino Silber in Ebikon (Schweiz) // © Toscano

Auf der kommenden Stone+tec in Nürnberg (13. bis 16. Juni 2018) heißt es Vorhang auf für heimische Steine.

Einer der Sonderschau-Aussteller ist die Toscano AG mit Sitz in Andeer im Schweizer Kanton Graubünden. Das Unternehmen setzt in Nürnberg den grünen Orthogneis ANDEER GRANIT und den hellgrau und silbrig schimmernden Paragneis SAN BERNARDINO SILBER in Szene. Beide Gesteine sind hart und haltbar. Eingesetzt werden sie für Projekte im In- und Ausland, wo sie sowohl im Innen- als auch im Außenbereich Verwendung finden.

Umweltschonende Gewinnung

Die Toscano AG besteht seit 1952, beschäftigt heute rund 25 Mitarbeiter und wird in zweiter und dritter Generation von Titus Toscano als Aufsichtsrat und von Claudio Toscano als Geschäftsleiter geführt. Anfangs war das Unternehmen vor allem im Straßen-, Brücken- und Flussbau tätig, für den man Steine gewann und lieferte. 1958 wurde die auf mehr als 1.000 Höhenmetern gelegene, bis heute aktive ANDEER GRANIT-Abbaustätte – der sog. Parsagna-Steinbruch – in der Rofaschlucht zwischen den Gemeinden Andeer und Sufers eröffnet, wo man 1961 auch ein Verarbeitungswerk errichtete. Die Nachfrage stieg und das Gestein wurde immer häufiger nicht nur für Kom ponenten im Flussbau, sondern auch für Bauprojekte und den Galabau verwendet. 1984 eröffnete die Toscano AG mit dem ebenfalls in Andeer gelegenen Steinbruch Bärenburg eine weitere Abbaustätte.

Die Gewinnung von ANDEER GRANIT (auch als ROFNA-GRANIT bekannt) erfolgt umweltschonend und emissionsarm. U. a. setzt man auf Bohrungen sowie nicht materialzerstörende Sprengungen mittels Sprengschnüren, mit deren Hilfe mehrere tausend Tonnen schwere Blöcke vom Vorkommen abgeschoben werden. Aufgrund der geologischen Gegebenheiten muss das Hartgestein schräg abgebaut werden. Je nachdem ob ANDEER GRANIT »im Lager« oder »gegen das Lager« extrahiert wird, ist die Struktur wolkig bzw. gemasert. Für die charakteristische grüne Farbe sind Glimmerblättchen aus Phengit und Chlorid verantwortlich. Die ANDEER- Variante im Parsagna-Bruch ist schwach und die im Steinbruch Bärenburg stark schiefrig.

Abbau auf fast 2.000 m

Unterhalb des San Bernardino-Passes befindet sich ein Steinbruch, den die Toscano AG 2006 zusammen mit der Bärlocher AG in Betrieb genommen hat. Dort gewinnt man auf rund 1.950 Höhenmetern den silbergrau schimmernden Paragneis SAN BERNARDINO SIL- BER, der auch als HINTERRHEIN QUARZIT bezeichnet wird. Für ihn ist ein vergleichsweise hoher Gehalt an hellem Glimmer (Muskovit, Serizit) charakteristisch. In oberflächennahen Schichten enthält das Vorkommen teilweise das Mineral Limonit, das zu goldgelben Farbnuancen führt.

Hoher Verwertungsgrad

Den Abbau und die Weiterverarbeitung der Gneise erledigt ein Team von Fachleuten. Rohmaterialien werden fast voll- ständig verwertet. Im Werk in Andeer entstehen Fassaden-, Boden- und Tischplatten, Fliesen, Treppenstufen und maßgefertigte Bauteile. Weitere Erzeugnisse sind Mauer- und Flussbausteine, Findlinge für den Galabau, Grabsteine sowie Kies und Sand. Das Spektrum an Oberflächenbearbeitungen reicht von diamantgesägt, geschliffen, poliert und gebürstet bis hin zu geflammt und sandgestrahlt. Bis heute wird ein Teil der Rohblöcke nach Italien transportiert, dort aufgesägt und in Form von großen Rohplatten zurück nach Andeer gebracht.

Das betrifft laut Claudio Toscano rund 10 % der Rohware. Früher sei der Anteil deutlich größer gewesen. Man setzt zunehmend auf die Eigenfertigung und ist bestrebt, am eigenen Standort über das notwendige Know-how zu verfügen, so der Geschäftsleiter.

Gneis für den ganzen Globus

Geliefert werden die Gneise der Toscano AG für Projekte auf dem ganzen Globus. Zu den Referenzen zählen der Bahnhof in Luzern, die Österreichische Botschaft in Berlin, das Regierungsviertel in St. Pölten, die Fondsimmobilie Kronprinzstraße 8 in Stuttgart und das Intercontinental Hotel Warschau. Aktuell hat man Material für einen Platz bei einem Fußballstadion im russischen Krasnodar beigesteuert. Die Toscano AG versteht sich nicht als reiner Natursteinlieferant, sondern berät Projekt-Partner auch in Bezug auf dessen Verwendung. Das vergleichsweise hohe Kostenniveau in der Schweiz und die weitere Aufwertung des Schweizer Franken seit 2015, als die Kopplung an den Euro-Kurs gelöst wurde, haben sich laut Claudio Toscano nur wenig auf die Nachfrage ausgewirkt.

»Wer sich für Naturstein entscheidet, tut das bewusst, weil er die Vorteile wie Dauerhaftigkeit, Schönheit und Einzigartigkeit schätzt«, ist er überzeugt.

Jeder kann vorbeischauen

Neben Produkten für große Projekte bietet die Toscano AG auch diverse Unikate, Restposten, Findlinge und Tische direkt ab Werk zum Verkauf an. Auf Wunsch organisiert das Unternehmen für seine Kunden den Transport.

Toscano AG Natursteinwerk Parsagna

CH-7440 Andeer

Tel.:0041 81 6611370

Fax 0041 81 6611955

info@toscano-granit.ch

www.toscano-granit.ch

Gneise ANDEER GRANIT und SAN BERNARDINO SILBER

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