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Internationale Fachmesse für Naturstein und Steintechnologie

12. - 15. Mai 2021 // Nürnberg, Germany

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Granite aus Hauzenberg

Granitzentrum
Das 2005 eröffnete Granitzentrum am Ortsrand von Hauzenberg ist Museum und Kompetenzzentrum in einem. // © Richard Watzke

Rund um Hauzenberg liegt ein Hotspot der deutschen Granitproduktion. Zu den stärksten Zeiten waren in der von sanften Hügeln geprägten Region im Nordosten von Passau über 160 Abbaustellen in Betrieb. Während die graue Chinawelle allen heimischen Granitproduzenten schwer zusetzte und die Zahl der Betriebe dezimierte, gelang es dem Berbinger Granitwerk Georg Zankl, dem immensen Kostendruck der Fernost-Importe zu trotzen. Schwerpunkt des Geschäfts sind Granite aus dem Bayerischen Wald mit Abstufungen von Hellgrau, Graublau, Anthrazit bis Gelbgrau: Neben Berbinger und Hauzenberger, der auch als Schulerbruch bekannt ist, zählen die Granite Hintertiessen, Herrenholz, Etz und Lindberg zum Sortiment bei Zankl. Eine weitere Sorte ist Eitzing, aus dem der Boden im Terminal 1 des Münchner Flughafens gearbeitet wurde. Auf der warmen Seite der Farbskala stehen die Granite Brand und Kaltrum, die wegen ihrer Gelbnuancen gerne für Grabmale verwendet werden und auch im Städtebau punkten, wenn Planer und Architekten ein freundliches regionales Material als Alternative oder Ergänzung zu Grautönen suchen.

Granit über drei Generationen

Den Grundstein für das heute rund 140 Mitarbeiter starke Unternehmen in dritter Generation legte Georg Zankl sen. 1948, als er im Alter von 18 Jahren mit der Produktion von Rand- und Pflastersteinen begann. Noch ohne eigenen Steinbruch und ohne Maschinen, dafür aber mit viel Ehrgeiz und großem Fleiß, ging es allmählich aufwärts. Als richtungsweisend erwies sich damals die Entscheidung, nicht an einen übermächtigen Produzenten im Unterakkord zu liefern, sondern direkt über Händler zu verkaufen. Der Markt belohnte diesen Mut und Randsteine von Zankl wurden für große Projekte in ganz Deutschland geliefert. Die nächsten Meilensteine waren 1963 ein Schotterwerk und 1975 die Umstellung auf die Sägerei, unter anderem mit der weltweit ersten fahrbaren Diamantkreissäge. In den Folgejahren kam die Randsteinproduktion angesichts des Preisverfalls der Importe aus Südeuropa zum Erliegen; als stärkster Umsatzträger erwies sich zu dieser Zeit die Grabmalproduktion. Mitte der 1980er Jahre ging es mit dem Bausektor zügig aufwärts. Doch was gut gedacht war, geriet mit der großen Welle der China-Importe Anfang der 1990er Jahre rasch in Schieflage und Zankl musste sich neu orientieren. Obwohl am Bau für bayerischen Granit fast nichts mehr zu holen war, wurde nie auch nur ein einziger Mitarbeiter entlassen. Einen Ausweg aus der Flaute bei klassischen Bauprodukten boten die direkte Ansprache von Architekten und auch der öffentliche Protest gegen die Verwendung von Fernost-Steinen auf bayerischen Plätzen und Straßen. Das Fass zum Überlaufen brachte ein Projekt in Passau.

Organisiert vom 2005 frisch eröffneten Granitzentrum in Hauzenberg demons-trierten mehrere Granithersteller einschließlich Blaskapelle gegen die Bestellung von Großpflaster in Fernost. Die engagierten Proteste zeigten Wirkung bei der Stadtverwaltung und die bereits nach China vergebene Bestellung konnte zurück nach Hauzenberg geholt werden, allerdings mit der Bedingung, dass der Auftrag zu China-Preisen abgewickelt werden musste. Das Beispiel in Passau machte Schule und auch umliegende kleinere Gemeinden wandten sich wieder dem bayerischen Granit zu. Die Reaktion der Bevölkerung war ebenfalls positiv. Bis heute ist das Bewusstsein für die Bedeutung des regionalen Granits in der Bevölkerung stark verankert, allen voran im privaten Baubereich, wenn auch die Abnahmemengen dort deutlich geringer als bei öffentlichen Bauvorhaben sind.

Hohe Materialausbeute

Um dem Preisdruck der Importe aus Fern­ost und Südeuropa standzuhalten, setzt Zankl auf fortwährende Investitionen in die Gewinnung und Weiterver-arbeitung des Rohmaterials, erklären die beiden geschäftsführenden Gesellschafter Georg Zankl und Jürgen Haslbeck. Anders ausgedrückt: Je mehr vom abgebauten Rohmaterial in der Werkstein-produktion verwertet werden kann, desto besser. Weil der anstehende Fels und folglich auch ein beträchtlicher Teil des Rohmaterials zerklüftet sind, hat Zankl aus der Not eine Tugend gemacht und verarbeitet nicht nur große und regel-mäßige, sondern auch kleinere und unregelmäßige Rohblöcke. Was nicht auf den Sägetisch passt, wird im Steinbrecher zu Schotter verarbeitet.

Große Aufträge der jüngeren Zeit waren Pflasterungen in der Innenstadt von Regensburg, am Königsplatz in Augsburg und in Freiburg, aber auch in kleineren Gemeinden der Region liegen Steine aus Hauzenberg. Im Tiefbau ist Granit immer aktuell, erklärt Georg Zankl. Über den Verkauf von gatterfähigen Rohblöcken an Weiterverarbeiter gelangen Granite von Zankl aber auch an die Fassade.

Große Sägekapazität

Insgesamt acht Blocksägen teilen durchschnittlich 24 bis 30 Blöcke pro Tag auf. Die einzelnen Sorten haben unterschiedliche Härten, schildert Steinmetzmeister Franz-Joseph Hirsch. In der Blocksägerei laufen Sägen mit 2 bis 3,5 m-Blättern. Ergänzt wird die geballte Sägekapazität durch mehrere 5-Achs-Anlagen zur Massiv-Bearbeitung. Neben einem Sägezentrum von Omag laufen in Hauzenberg CNC-Anlagen von Thibaut und CMS Brembana. Neben Kreissägen sägt Zankl auch mit dem Diamantseil: Gleich zwei Horizontalseilsägen von Thibaut sind im Einsatz. Eine Besonderheit ist der sogenannte Fuchsschwanz, der mit seinen starren, abgestuften Sägeblättern und umlaufenden Paletten im 2-Schicht-betrieb monatlich bis zu 4.000 m2 sägt. Die erste Anlage wurde Anfang der 1990er Jahre installiert, demnächst sie durch eine neue Anlage ersetzt.

Um die saisonalen und konjunkturellen Schwankungen einzelner Geschäftsbereiche ausgleichen zu können, setzt Zankl auf mehrere Standbeine.

Regional hat viele Vorteile

Die Produktion von Grabmalen ab dem Rohblock bis zur Fertigware ist ein wichtiger Umsatzträger. Erfreulich ist vor allem, dass der Anteil beim eigenen Material in der Grabmalproduktion langsam, aber kontinuierlich steigt. Kern-geschäft ist und bleibt aber der Bausektor: Wer dort mithalten will, braucht eigene Steinbrüche, erklärt Jürgen Haslbeck. Der Anteil am eigenen Material im Baubereich beträgt 95%. Die Firma Zankl kann hier auf Materialien aus zehn Steinbrüchen zurückgreifen. Attraktiv für den Straßenbau sind vor allem die gelben Granite wie BRAND und KALTRUM, die sich durch warme Farbtöne auszeichnen, zugleich aber auch die geforderten technischen Werte erfüllen. Ein weiterer Pluspunkt ist die kurzfristige Lieferbereitschaft. Wenn bei einem Projekt zwei Stufen fehlen, sind die Teile innerhalb weniger Tage nachproduziert.

www.zankl-granit.de

Zankl Granite

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